Erich Wolfgang Skwara
EINE WIRKLICHKEIT DES SIRENENGESANGS

Aufsätze, Prosa 1970-2008
Mai 2010
224 Seiten / 118x183
ISBN 978-3-9502277-8-9
Preis: EUR 22,00
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EINE WIRKLICHKEIT DES SIRENENGESANGS / Erich Wolfgang Skwara

Skwara schreibt, schreibt und erarbeitet eine Summe seit mehr als vierzig Jahren, sammelt Essays, Aufsätze, Feuilletons, Marginalien, Randbemerkungen zur Kunst, Prosa und Texte zum Geschehen dieser Zeit. Die Arbeiten, bislang lose und disparat, verlangen jetzt nach Ordnung, nach Reihung, wie man Fotografien in ein Album klebt. So ist dieser Band zu einer Sammlung, lange nicht aller, Schlüsseltexte geworden, die vielleicht als Zugangscode zu seinem umfangreichen Romenwerk gelesen werden kann.

 

Textprobe:

Aber Baudelaire, Verlaine, Trakl, Rimbaud hatten es leichter: Sie kamen nur aus scheinbar soliden, eigentlich zerütteten Familien zu uns. Ihnen fiel der große Sprung in die Dunkelheit, aus der die Sonne blendet, vielleicht weniger schwer. Ihr Hang zum Versagen war in gewisser Hinsicht auch ihr Erbe. Hofmannsthal dagegen, der vornehme Österreicher, sah sich an seinen Herkunftsketten behindert. Er ist nicht so sehr ein Symbol für Österreich, als vielmehr ein weiteres Opfer.

 

Rezensionen:

Vor allem würdigt er seine Vorbilder Jean Améry, Hermann Broch, Thomas Bernhard und Georg Trakl. Skwara ist nicht zu ihrem Epigonen geworden, sondern setzt ihre Tradition fort. Er tut dies immer mit Augenmerk auf die europäische Literaturgeschichte, die der teils in den USA lebende und an einer Universität lehrende Autor weder vergessen hat noch verleugnet. Ganz im Gegenteil: Besonders hervorzuheben ist sein Aufsatz über Thomas Bernhard, ein grandioses „Inventarium einer Leser-Autor-Beziehung“ zwischen Skwara und dem verehrten Schriftsteller. (...)

Skwara zeigt sich in diesem Band nicht nur als ein Reisender, sondern auch als ein zwischen den Orten Zerrissener. Immer wieder beschreibt er den Widerstreit, für die USA ist er zu ernst, für das ihm eng erscheinende Österreich ist er zu weltoffen, nirgends findet er eine Heimat denn in der Literatur, der Kunst. (...) Die gesammelten Texte des Bandes sind teils literarisch, teils literaturwissenschaftlich, sie beziehen politisch Stellung und arbeiten Kulturhistorisches auf. Ein abwechslungsreicher, in sich stimmiger Band mit poetischen, kraftvollen, teils provokanten Aufsätzen und teils schillernder, teils düsterer Prosa.

Saskia Schulte, literaturkritik.de, August 2010

 

Informationen zum Autor: 

Erich Wolfgang Skwara


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