Avantgarde in der Nachhut?

Die österreichische Literatur zwischen Experiment und Tradition
Eine Anthologie

In der Reihe: Reden über das Schreiben (Hg. Alfred Gelbmann) erscheint im März 2011 im mitterverlag der erste Band mit dem fragenden Titel: Avantgarde in der Nachhut? Untertitel: Die österreichische Literatur zwischen Experiment und Tradition.

Exposé (Kurzform)
Anlass:
Die österreichischen Literaturszene ist fast fünfzig Jahre nach dem Ende der Wiener Gruppe, das in allgemeiner Übereinstimmung mit dem Tod von Konrad Bayer 1964 markiert ist, immer noch von Polarisierungen zwischen dem Nachwirken der österreichischen Neoavantgarde, einem an sich singulären literarischen Phänomen, und der sogenannten traditionellen Literatur, was immer man sich darunter vorzustellen hat, beherrscht. Sind die gegensätzlichen Positionen eher als befruchtend oder mehr als entbehrlich zu verstehen? Mit diesem Band wird versucht, mit neuen Fragestellungen und aus aktuellen Positionen von Autorinnen, Autoren, Rezensentinnen und Rezensenten, Literaturwissenschaftlerinnen und Literaturwissenschaftlern zum gegenwärtigen österreichischen Literaturgeschehen einen Beitrag zum diskursiven Prozess unter Literaturinteressierten auszulösen.

Zielsetzung:
Aus den unterschiedlichen Positionen, der Vielfalt von Haltungen, die von Experiment und Tradition (verbindend) über Experiment versus Tradition (gegensätzlich) bis zu Experiment oder Tradition (ausschließend) reichen können, soll ein zur Reflexion anregender Textkorpus entstehen, der dem Anspruch dieser Anthologie, nämlich einen Diskurs in Bewegung zu halten und darüber hinaus auch fortzusetzen, gerecht wird.

Die nicht immer eindeutige, oft beliebige Verwendung der Begriffe: Avantgarde, Experiment und Tradition verstellt vorerst den Zugang zu einer kritischen Auseinandersetzung. Es gilt daher, die jeweiligen Begriffe von bisweilen hartnäckig anhaftenden Kontaminierungen zu befreien und die gereinigten Begriffe vielleicht auch über diesen Band hinaus diskursfähig zu halten. In einem Abriss, der diesem Kurzexposé beigefügt ist, hat der Herausgeber versucht, in komprimierter Form die Begriffe Experiment und Tradition auf eine aktuelle Ebene der kritischen Auseinandersetzung zu führen, die die konsensuale Grundlage für die Beiträge darstellen sollen. Bei unterschiedlichen, gegensätzlichen aber auch ähnlichen bis gleichen Positionen ist eine einheitliche Begrifflichkeit eine unerlässliche Voraussetzung.

Es werden interessierte Autorinnen und Autoren eingeladen, Beiträge in Essayform zu diesem Band im Umfang von mindestens fünf bis maximal zwanzig Typoskriptseite in digitalisierter Form zu erstellen und bis spätestens 15. November 2010 an den mitterverlag zu senden.

Der Anhang mit einer vom Herausgeber skizzierten Definition der Begriffe: Experiment und Tradition ergeht den Teilnehmern nach Zusage und Zustimmung zu einer gesonderten Vereinbarung (Honorar, Termine etc.) zu.

Alfred Gelbmann
Im April 2010

Kontakt: 0664 385 4770
alfred.gelbmann@mitterverlag.at

 

 
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