Marianne Jungmaier
DIE FARBE DES HERBSTHOLZES

Intermediale Texte 2
Mai 2012 
96 Seiten / 118x183 
ISBN 978-3-9503157-4-5
Preis: EUR 19,80
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DIE FARBE DES HERBSTHOLZES / Marianne Jungmaier

Die Farbe des Herbstholzes verbindet kurze Prosaformen mit schwarz-weißen Fotografien. In klaren, einfachen Konstruktionen, scheinbaren Fragmenten, werden Begegnungen, Beziehungen und Wendepunkte gezeichnet. Sie stehen in Verbindung mit Momentaufnahmen aus der herbstlichen Natur: überzeichnet, nahezu gemalt muten die Fotografien an.

 

Textprobe:

Ich habe eine Höhle geformt aus den Decken und Tüchern auf unserer Matratze. Darin sitze ich und betrachte die Regale in Jakobs Zimmer. Bücherreihen und Kisten, alte Tagebücher. An der Wand die Bilder einer blonden Frau, die ein Neugeborenes hält. Es ist kühl hier, ein Geruch von altem Teppich und Holz hat sich festgesetzt. Ich stehe auf und befestige Tücher an den Regalen.
Hast du das Zimmer verschleiert?, fragt Jakob. Er lässt sich neben mich fallen.
Wenn du deine Vergangenheit nicht in Ordnung bringst, will ich sie wenigstens nicht sehen, sage ich.

 

Rezensionen:

In den Prosatexten und Miniaturen von Marianne Jungmaier wird geraucht, gekifft und es gibt Spuren von LSD und anderem halluzinogenem Zeug – der erzählende Blick ist aber sehr klar und in einfache, bestechende Konstruktionen gekleidet und exakt getimt, nur scheinbar sind es Fragmente, tatsächlich: Kleine Prosaformen, die sehr gehaltvoll sind (nämlich vollmundig und welthaltig). In manchen Texten ist die Musik derart laut gestellt, dass man sie nur noch undeutlich aufzunehmen vermag oder die Körper kommen einem so nahe, als würde man beim Lesen den schweißnassen Arm eines Protagonisten berühren.

Angelika Reitzer

 

Informationen zur Autorin:

Marianne Jungmaier

 

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