Isabella Breier
ALLERSEELENAUFTRIEB

Roman
Dezember 2013
222 Seiten / 118x183
ISBN 978-3-9503157-6-9
Preis: EUR 22,00
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ALLERSEELENAUFTRIEB / Isabella Breier

… warum Maja etwas seltsam wirkt und seit Wochen in ihrer Wohnung verkommt; was sie sich zum einen von den vielen Diktafonen verspricht, was sie zum andren mit Mavie am Hut hat und auch mit Felix‘ totem Freund; wie es Milena von heute auf morgen von Wien nach Athen verschlägt, ob sie Mann und Sohn verlässt; weshalb Melike so oft der Kragen platzt, wieso sie erst Bauernbruegel, schon Malewitsch, bald optische Täuschungen malt, schließlich auf jede komplizierte Illusion pfeift und einfach Milena wiederhaben will; in welchem jeweiligen Bezug die Frauen zueinander stehen und was vor soundsovielen Jahren geschehen war und was vor zehn Wochen …
 Majas verstörtes „Allerseelen“ ähnelt einem Klartraum, stets an der Schwelle - im Begriff, zu kippen. Was Faktum, was Fiktion, bleibt mancherorts in Schwebe. Aber klar scheint am Ende: Vier, fünf Mal um die Ecke vom vagen Traum gibt’s deutliche Wirklichkeit und hinterm Gefühl, zu fallen, liegt – jedenfalls hier – gewaltiger Grund genug.
 
Textprobe:
Nach ranzigem Fett stinkt‘s, nach billigen Schweineschwarten, die in Pfannen auf Campingkochern zubereitet werden. Diesen Geruch ertrage ich nicht, so sehr ich mich bemühe, so schäbig, so unangebracht ich meinen Ekel finde.
Gerade schaffe ich‘s noch, zwischen zwei Grillständen durchzuschlüpfen, zur Seite zu rennen, einige Schritte einen Hang hinunter. Wenige Meter weg vom Getümmel krümme ich mich, presse Fäuste gegen meinen Magen und keuche und kotze in die Grasfläche hinein. Zwei Buben, die nur ein Stückchen entfernt urinieren, schauen mir dabei zu, beinahe andächtig.
Das Gebiet ist umzäunt, verstehe ich endlich, wisch mir die Lippen ab, schau in den Himmel, zurück in den Tag. Ich entkomme ihm nicht, diesem verfluchten Flohmarkt der Namenlosen, muss wieder retour, hinein in den Trubel. Dort rempeln mich Männer an, Frauen, je weiter ich laufe, umso lauter, rascher wird das Bettleroratorium, umso dringlicher klingt es an mein Ohr, umso geringer geraten die Abstände zwischen jenen, die nichts verkaufen können, nichts tauschen, gar nichts mehr.

 

Informationen zur Autorin:

Isabella Breier

 

 

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